Junge Mädchen werden starke Frauen

In einer Männerwelt Tabus offen anzusprechen verlangt Mut. Davon haben Mutter Marie Catherine Kingbo und die Ordensschwestern des Bistums Maradi, Niger, reichlich viel. In dem überwiegend muslimischen Land, wo die Frau meist einen untergeordneten Platz in der Gesellschaft hat, bringen ausgerechnet katholische Nonnen Männer zum Umdenken. 

Im Rahmen ihrer Bildungsmission organisiert der Orden Versammlungen an denen Imane, Dorfchefs, Männer und Frauen zahlreich teilnehmen. Es werden heikle Themen wie Be­schnei­dung, Zwangs­hei­rat und Po­ly­ga­mie unter die Lupe genommen und heiß debattiert. Dabei werden Mythen entlarvt, Folgen offenbart und ein Bewusstseinswandel in die Wege leitet. Ein Wandel, der über Generationen hinweg zu spüren sein wird. Mit diesem nachhaltigen Diskurswechsel sollen aus jungen Mädchen starke Frauen werden.

Zwangsehe

»Mit 12 Jahren schon Ehefrau«

In ei­ner pa­tri­ar­cha­lisch-mus­li­mi­schen Ge­sell­schaft trägt die Zahl der Ehe­frau­en nicht un­er­heb­lich zum An­se­hen ei­nes Man­nes bei. So kommt es, dass im westafrikanischen Niger Mädchen bereits ab 10 Jahren verheiratet werden. Gefangen in einer Ehe, oft mit einem deutlich älteren Mann, wird ihnen die Kindheit geraubt und die Zukunft zerstört. Darin sieht Mutter Marie Catherine die Brem­sen der Ent­wick­lung. Eine Tatsache, die sie den Menschen aus Maradi klar vor Augen führt.

Beschneidung

»Ein intimes Trauma... für immer«

Trotz Verbot wird in Niger das grausame Ritual der Genitalverstümmelung noch heute praktiziert, vor allem in den Grenzgebieten zu Burkina Faso, Mali, Tschad und Nigeria. Mit einer Rasierklinge, einem Messer oder gar einer Glasscherbe wird jungen Mädchen die Beschneidung aufgezwungen. Meist noch vor dem 5. Geburtstag. Ein Leben lang tragen die Frauen dieses Trauma mit sich. Opfer berichten über langfristige, schmerzhafte Folgen. Auch bei diesem Tabu-Thema nimmt Mutter Marie kein Blatt vor den Mund. Sie setzt sich mit Aufklärungsarbeit resolut gegen diese Praxis ein - und hat dabei Erfolg.

Durchbruch durch Dialog

Dialog ist der Schlüssel zum Verständnis. Das hat Mutter Marie Catherine früh verstanden. Bereits seit 6 Jahren organisiert sie interreligiöse Treffen, um einen fruchtbaren Austausch zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Glaubensrichtungen anzustoßen. Eingeladen werden alle: Frauen. Männer. Christen und Muslime. Dorfchefs und Imame. 

Mutter Marie Catherine führt den Dialog, zeigt sich dabei verständnisvoll, aber auch resolut. Sie scheut sich nicht davor, das heiße Eisen anzupacken und schwierige Fragen zu stellen. Sie hat einen guten Draht zum Sultan. Spricht auf Augenhöhe mit den Dorfältesten. Bringt die Männer zum Grübeln. Vor allem aber gibt sie Frauen eine Plattform, um zu Wort zu kommen. Die Veranstaltungen sei­en ei­ne gro­ße Chan­ce für die Frau­en, er­klärt Mutter Marie Catherine.

Hier sa­gen sie, was sie den­ken, zu Hau­se trau­en sie sich das nicht. Da ist al­les Zwang für sie.

Über die Jahre wurden so bereits viele Menschen für die Problematiken der Beschneidung und Zwangsehe sensibilisiert und in Frauenrechten geschult. Zwangsehen und frühe Schwangerschaften haben abgenommen und die Mütter- und Kindersterblichkeit sinkt. Doch in vielen Dörfern ist noch großer Handlungsbedarf. Deshalb plant Schwester Marie Catherine dreimal jährlich weitere Bildungsveranstaltungen, um diese Themen in den Mittelpunkt zu stellen:

  • Ernährungsfragen für Säuglinge und Kleinkinder
  • Begleitung von Schwangerschaften
  • Misshandlung von Kindern
  • Früh- und Zwangsehe
  • Vergewaltigung
  • Genitalverstümmelung
  • professionelle Geburtshilfe
  • Familienplanung
  • christlich-islamischer Dialog

Ihre Spende wirkt

Unsere Projektpartnerin Mutter Marie Catherine will noch viele weitere Mädchen und Frauen vor Zwangsheiraten und Beschneidung retten. Helfen Sie mit und unterstützen Sie ihr Projekt!

Retten Sie junge Mädchen und Frauen vor Beschneidung und Zwangsehe!

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